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Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber
Psychiatrie, Forschungsstiftung Medizin, Uni-Klinikum

Dr. Theo und Friedl Schöller-Preis 2018 für Prof. Gräßel

Studie belegt Nutzen einer zusätzlichen psychosozialen Behandlung bei Demenz

Demenz verläuft schleichend und führt nach und nach zum Verlust der kognitiven Fähigkeiten. Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind daran erkrankt. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber ihr Voranschreiten kann durch Medikamente oder spezielle Therapien zumindest eine Zeit lang verlangsamt werden. Ein Forscherteam um Prof. Dr. Elmar Gräßel, Leiter des Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klink (Direktor: Prof. Dr. Johannes Kornhuber) des Universitätsklinikums Erlangen, konnte in einer Studie die Wirksamkeit eines kombinierten psychosozialen Therapieansatzes bei Demenz nachweisen.
Elisa-Marie Behrndt und Prof. Dr. Elmar Gräßel aus der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Frank Erbguth Foto: Rudi Ott

Für ihre Studie "Psychosoziale MAKS-Therapie für Menschen mit Demenz in der Tagespflege" wurde das Team nun mit dem Dr. Theo und Friedl Schöller-Preis 2018 ausgezeichnet, der in diesem Jahr zum Schwerpunkt "Versorgungsforschung" vergeben wurde. Der Schöller-Preis prämiert wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Altersforschung und ist mit 20.000 Euro der am höchsten dotierte Preis in der deutschen Altersmedizin.

Kognitive Fähigkeiten blieben stabil

An der 6-monatigen Studie nahmen 362 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz aus 32 Tagespflegeeinrichtungen teil, darunter auch drei Einrichtungen aus Nürnberg und dem Landkreis Nürnberger Land. Sie trainierten nach der MAKS-Therapie ihre motorischen, alltagspraktischen, kognitiven und sozial-kommunikativen Fähigkeiten in der Gruppe, eine Vergleichsgruppe erhielt die in den Tagungseinrichtungen übliche Beschäftigungstherapie.

"Mit der MAKS-Therapie haben wir nichts Neues erfunden, sondern wir kombinieren die verschiedenen Bausteine optimal und abwechslungsreich", erläutert Gräßel. Um den geistigen Verfall am effektivsten entgegenzuwirken, sei es wichtig, dass die Teilnehmer "am Limit ihrer Fähigkeiten" trainieren. Deshalb sollte die Gruppe relativ homogen zusammengesetzt sein. Die Gruppengröße liegt bei 12 bis 15 Teilnehmern.

Das Ergebnis der Studie belegt den Erfolg der MAKS-Therapie eindrucksvoll. Bei allen Teilnehmern, die nach der MAKS-Therapie trainierten, blieben die kognitiven Fähigkeiten im Studienzeitraum stabil. Bei der Vergleichsgruppe dagegen verschlechterten sich die Fähigkeiten nach und nach, obwohl auch sie an einem Beschäftigungsprogramm teilnahmen.

MAKS schnell in der Praxis umsetzbar

Dass die MAKS-Therapie schnell und unkompliziert in der Praxis angewendet werden kann, war für Prof. Dr. Frank Erbguth, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Nürnberg und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Schöller-Preises, ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl des Preisträgers. Auch die hohe Teilnehmerzahl und der methodisch sehr gute Versuchsaufbau der Studie überzeugten den Wissenschaftlichen Beirat.

Die betreuenden Therapeuten in den Tagespflegeeinrichtungen lernen in einer 3-tägigen-Schulung, wie man die MAKS-Therapie in Gruppen einsetzt. Das MAKS-Programm soll zukünftig weiter ausgebaut werden. Interessierte Einrichtungen können sich unter www.maks-therapie.de informieren.

(Quelle: Klinikum Nürnberg, Unternehmenskommunikation, 22.10.18)

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Elmar Gräßel
Telefon: 09131 85-34810
E-Mail: elmar.graesselatuk-erlangen.de

Prof. Dr. Frank Erbguth, Prof. Dr. Elmar Gräßel und Prof. Dr. Markus Gosch (v.l.n.r.) Foto: Giulia Iannicelli
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