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Med. Psychologie und Med. Soziologie

Leiter: Prof. Dr. med. Elmar Gräßel

Schwerpunkt Versorgungsforschung

Die Forschung erstreckt sich auf die Bereiche Versorgungsforschung, Therapieforschung (insbes. nicht-medikamentöser Art einschl. e-Games), Rehabilitationsforschung, Suchtforschung, Adherenceforschung sowie psychometrische Forschung (Entwicklung und Erprobung psychometrischer Messverfahren). Die Projekte betreffen die Krankheitsbilder Demenz, Schlaganfall, Abhängigkeitserkrankungen sowie geriatrische Erkrankungen.

Bei dem Projekt BeWiTa (Bewegungstraining, Wii-Sportspiele, Tanzen) handelt es sich um eine 6-monatige Prä-/Post-Verlaufsstudie (Laufzeit 2011) mit Ziel der Verbesserung der Lebensqualität, Motorik, Kognition und Angehörigenbeziehung bei zuhause lebenden Menschen mit Demenz mittels unterschiedlicher Aktivierungsangebote wie sportpädagogisch angeleitetes Bewegungstraining, Kegeln, Paartanzen und sensomotorisches Training mit elektronischen Sportspielen auf der Wii-Konsole. An der Studie nehmen 36 Betroffene mit nachweisbaren kognitiven Leistungseinbußen und ihre Angehörigen aus der Studienregion Nürnberg und Umgebung teil. Projektpartner ist die Angehörigenberatung Nürnberg e.V.. Die Kooperationspartner sind das Seniorenamt Nürnberg, der Rummelsberger Altenhilfeverbund Nürnberg, die Stadtmission Nürnberg e. V. und die Gedächtnissprechstunde des Klinikums Nürnberg.

Das Projekt wurde mit dem Forschungsförderpreis 2010 der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. ausgezeichnet.

UrkundeZoom (62KB)

Beim Projekt IDA(Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin) geht es im Kern um die Erforschung der Auswirkungen einer aufsuchenden (zugehenden) Form der Angehörigenberatung, die von den Hausärzten der Patienten vermittelt wird (www.projekt-ida.de). Die dreiarmige, cluster-randomisierte Verlaufsstudie wird vom AOK-Bundesverand, der AOK-Bayern und den Firmen Pfizer und Eisai gefördert (Laufzeit: 2005 bis 2010). Das Projekt IDA ist mit 129 beteiligten Ärzten, 390 einbezogenen Demenzpatienten und deren Angehörige sowie einer Beobachtungszeit von zwei Jahren das größte nationale Versorgungsforschungsprojekt zu Demenzerkrankungen und eines der umfangreichsten weltweit.

Logo IDA-Projekt

Das Projekt MAKS (motorische, alltagspraktische, kognitive und spirituelle Aktivierungstherapie) erforscht in einer kontrolliert-randomisierten Verlaufstudie die Auswirkungen einer werktäglich durchgeführten nichtmedikamentösen Mehrkomponenten-Aktivierungstherapie auf kognitive Fähigkeiten, Selbstständigkeit und Alltagsaktivitäten von Demenzkranken im Pflegeheim. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen der „Leuchtturm-Demenz“-Initiative gefördert (Laufzeit: 2008 bis 2010). Von Oktober 2008 bis Dezember 2009 haben 144 Bewohner mit Demenz an MAKS teilgenommen. Projektpartner ist die Diakonie Neuendettelsau, Kooperationspartner die Katholische Fachhochschule Mainz (Fachbereich Gesundheit und Pflege). Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projekthomepage (www.maks-aktiv.de).

Logo MAKS

In der SenSo-Studie – durchgeführt im Seniorenzentrum (Sen) Sophienstraße (So) in Erlangen – wurde in einer bestehenden „Tagesgruppe“ ein Konzept für eine beschäftigungstherapeutisch ausgerichtete Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz entwickelt, angewandt und in der Zeit von Oktober 2004 bis Februar 2010 wissenschaftlich begleitet. Zwölf demenzkranke Bewohnerinnen und Bewohner besuchten von Montag bis Samstag jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr die „Tagesgruppe“, in der sie gemeinsam vor allem alltagspraktische Aktivitäten ausübten und gemeinsam das Mittagessen einnahmen. Um die Ergebnisse beurteilen zu können, gab es eine parallelisierte Kontrollgruppe. Da erst dann neue Studienteilnehmer in die Therapiegruppe aufgenommen werden konnten, wenn ein Platz frei wurde, dauerte die Rekrutierungsphase 4,5 Jahre bis 56 Studienteilnehmer/innen den Beobachtungszeitraum von 6 Monaten durchlaufen hatten. Der Vorher-Nachher-Vergleich zwischen Therapie- und Kontrollgruppe zeigt, dass nur in der Therapiegruppe die alltagspraktischen Fähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem gleichen Niveau erhalten werden konnten, während sie in der Kontrollgruppe signifikant nachließen. Außerdem verbesserte sich die Lebensqualität gemessen an der Depressivität bei den Therapiegruppenteilnehmern. Die Studie wurde finanziell gefördert durch eine Anschubfinanzierung des ELAN-Fonds der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und durch die BHF-BANK-Stiftung, Frankfurt am Main, als Anschlussfinanzierung. Am 1. Dezember 2011 erhielt "SenSo" zudem den Erlanger Medizinpreis in der Kategorie "Gesundheit und Prävention".

Veröffentlichung: Pickel S, Gräßel E, Luttenberger K: Wirksamkeit eines beschäftigungstherapeutischen Gruppenangebots bei degenerativen Demenzen: eine kontrollierte Verlaufsstudie im Pflegeheim. Psychiatrische Praxis 38 (2011) 389-396.

Co-Investigator in dem Projekt ANAA+KO der katholischen Fachhochschule Mainz.

Das Projekt ANAA+KO (ANgehörige Aktivieren Alltagspraktisch + externe Personen (Kognitiv) erforscht in einer multizentrischen kontrolliert-randomisierten Verlaufstudie die Auswirkungen auf einer werktäglich durchgeführten nichtmedikamentösen Aktivierungstherapie auf Lebensqualität, Selbstständigkeit und Alltagsaktivitäten von Demenzkranken im häuslichen Umfeld. Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH“ (Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter; Laufzeit: 2009 bis 2012). Über einen Zeitraum von sechs Monaten werden 117 Demenzkranke alltagspraktisch mit Elementen des MAKS-Programms durch Angehörige im häuslichen Umfeld und kognitiv durch geschulte externe Personen aktiviert.

Logo ANAA+KO

Die Studie „Langzeitverlauf nach Schlaganfall" wird als prospektive Kohorten-Studie in Kooperation mit der Fachklinik Herzogenaurach, Abteilung für neurologische Rehabilitation, durchgeführt. Für 230 Schlaganfall-Patienten, die eine stationäre neurologische Rehabilitation erhielten, wird untersucht, welche Faktoren, die während des Klinikaufenthalts, zumeist als Routinedaten, erfasst worden sind, vorhersagen, ob ein Patient 2,5 Jahre später noch zu Hause lebt oder im Pflegeheim lebt bzw. verstorben ist. Mit dieser Untersuchung wird ermittelt,
- wie der Langzeitverlauf nach Schlaganfall und anschließender stationärer Rehabilitation verläuft,
- welche Parameter den Langzeitverlauf nach Schlaganfall zuverlässig vorhersagen und
- wie die Langzeitversorgung mit Heilmitteln bei zu Hause lebenden Schlaganfallpatienten aussieht.

Für ein Projekt zur Erforschung des Langzeiterfolgs geriatrischer Rehabilitation wird mit dem Waldkrankenhaus St. Marien gGmbH in Erlangen kooperiert. Dabei werden Rehabilitationspatienten hinsichtlich medizinischer und psychologischer Variablen bei Entlassung und 6 Monate später zu Hause erneut untersucht. Generiert werden soll neues Wissen zu Erfolgsprädiktoren geriatrischer Rehabilitation, aber auch zu Adherence und den damit in Zusammenhang stehenden Variablen. Dafür werden 75 Patienten im Langzeitverlauf untersucht (Laufzeit 2007 – 2010). Das Projekt wird aus Eigenmitteln finanziert.

Logo der Universität Erlangen und des Waldkrankenhauses Erlangen

Das Wii-Projekt ist eine Verlaufsstudie des Bereichs Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen zur Akzeptanz von Videospielen in Einrichtungen der stationären Altenhilfe der Diakonie Bayern. Gefördert wurde die Studie auch vom bayrischen Sozialministerium. Über einen Zeitraum von 11 Wochen spielten Bewohnerinnen und Bewohner von drei Pflegeheimen der Diakonie Hochfranken zwischen April und Juli 2009 mit den Wii-Sports (Bowling, Tennis, Darts) der Firma Nintendo. Ergebnis der Studie ist, dass Videospiele in der Lage sind, die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen zu fördern. Eine manifeste kognitive Leistungsminderung schränkt die Akzeptanz der Wii ein.

In Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird ein Projekt zum Thema Rauschtrinken in der Adoleszenz durchgeführt, welches von der European Foundation for Alcohol Research (ERAB) gefördert wird. Dabei werden quantitative Daten zum Substanzkonsum von 45.000 Jugendlichen in Kooperation mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen erhoben. Des Weiteren werden qualitative Interviews mit Jugendlichen aus verschiedenen kulturellen Settings durchgeführt, um Informationen zu erhalten, wie dem Substanzkonsum in Form von Rauschtrinken präventiv begegnet werden kann. Das Projekt wird von 2008 bis 2010 durchgeführt.

Logo MHH

Studie zur Qualität ambulanter pflegeentlastender Dienste
Qualitätsziele für angehörigenunterstützende und –entlastende Dienste aus Sicht der Experten und Anbieter zu ermitteln, ist die Forschungsabsicht der Studie „Qualität in der ambulanten Versorgung“. Im Einzelnen geht es um die Angebote Ambulante Pflege, Tagesklinik, Tagespflege, Kurzzeitpflege, Betreuungsgruppen, Betreuungsdienst, Angehörigenberatung, Angehörigengruppen, hauswirtschaftlicher Dienst und Pflegekurs. Das Projekt wird in Kooperation mit den Alzheimer Gesellschaften Brandenburg, Dortmund und Mittelfranken und der Stadt Kassel durchgeführt. Es stützt sich auf eine bundesweite Querschnittsuntersuchung in vier Regionen. Die qualitativen Interviews werden anhand der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Unter dem Blickwinkel der Versorgungsforschung geht es um die Frage, welche Qualitätsvorstellungen Leistungsanbieter und Experten zu den zehn oben genannten Unterstützungsangeboten haben. Mit dem Ergebnis wird ein Beitrag zur Entwicklung verbesserter nutzerfreundlicher Qualitätsstandards geleistet.

Es bestehen verschiedene regionale, nationale und internationale Forschungskooperationen.

Lehre Med. Psychologie und Med. Soziologie