Sensoriklabor

Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber

Sensoriklabor

Das Sensoriklabor beschäftigt sich mit objektivierbaren sensorischen Störungen im Bereich der Psychiatrie. Es greift hierbei auf Vorarbeiten und Methodik der Grundlagenfächer Physiologie, Psychophysiologie und Molekularbiologie zurück.

Dementielle Erkrankungen:

Geruchsstörungen stellen ein frühes klinisch objektivierbares Defizit bei Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson und ALS dar. Unsere wissenschaftlichen Untersuchungen zielen auf die Charakterisierungen der krankheitstypischen Geruchsdefizite und Entwicklung von Methoden zur Objektivierung dieser Auffälligkeiten.

Suchtforschung:

Die Sensibilisierung mysolimbischer dopaminerger Systeme und zentrale Konditionierungsmechanismen stellen Schlüsselmechanismen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Substanzabhängigkeit dar. Alkohol und Nikotin besitzen als zwei weitverbreitete Suchtstoffe eine ausgeprägte sensorische Komponente. Die Charakterisierung von Konditionierungsmechanismen bei diesen Substanzen stellen unseren wissenschaftlichen Schwerpunkt dar.

Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis:

Für dieses Krankheitsbild sind Geruchsdefizite beschrieben, die einen Anhaltspunkt über das Fortschreiten der Erkrankung bieten. Die Erforschung dieser Defizite als state marker ist ein Forschungsgebiet unserer Arbeitsgruppe.

Schmerz:

Die sensorische Wahrnehmung beschränkt sich im Bereich der Nasenschleimhaut nicht nur auf das olfaktorische System. In der sogenannten Regio Respiratoria, die einen Großteil der Nasenschleimhaut ausmacht, werden chemische Irritantien über das trigeminale System wahrgenommen. Die Objektivierung und Quantifizierung von chemisch ausgelöstem Schmerz stellt einen weiteren Forschungsschwerpunkt dar.

Olfaktorische interpersonelle Interaktion:

Das Phänomen, jemanden nicht riechen zu können ist eine alltägliche menschliche Erfahrung. Besonders im Bereich der Partnerfindung und Mutter-Kind-Beziehung bieten hedonische psychophysische Untersuchungen eine Möglichkeit, diese Phänomene zu charakterisieren. Eine biologische Grundlage erfährt dieses Forschungsgebiet durch eine enge Koppelung des Immunsystems, das über das HLA-System charakterisiert werden kann, mit dem subjektiven hedonischen Geruchseinschätzungen. Ziel unserer Untersuchungen ist es, die Einflüsse von Körpergerüchen bei der Partnerfindung und der Mutter-Kind-Beziehung unter Einbeziehung des HLA-Systems zu untersuchen.

 
Leitung:
Prof. Dr. med. Norbert Thürauf
Telefon: 09131 85-33001
E-Mail: norbert.thuerauf@uk-erlangen.de
Visitenkarte
 
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Zusammenfassung