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Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber
Psychiatrie, Uni-Klinikum

Vielseitiges Training wirksamer gegen Demenz als Pillen

FAU-Studie zeigt: Nichtmedikamentöse Therapien sind hochwirksam

Gymnastik mit dem Ball, Gedächtnistraining, gemeinsames Kochen sowie Malen und Basteln in der Gruppe – das alles kann bewirken, dass bei Demenzpatienten die Krankheit langsamer voranschreitet, vorausgesetzt die Übungen werden regelmäßig in der Gruppe durchgeführt. Das hat Prof. Dr. Elmar Gräßel, Leiter der Medizinischen Psychologie / Soziologie in der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Johannes Kornhuber) und Forscher an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), in mehreren Studien belegen können. Sein Ergebnis: Nicht nur die Krankheit schreitet langsamer voran, als bei einer rein medikamentösen Therapie - auch psychisch geht es den Patienten besser. Elmar Gräßel forscht an Therapiemethoden ohne Medikamente und weist in zwei Studien nach, dass diese Therapien den Patienten dabei helfen, im Alltag besser zu Recht zu kommen. Außerdem wirken sie sich auch positiv auf ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden aus und vermindern Verhaltensauffälligkeiten, die typisch bei Demenzerkrankungen sind.

"Nichtmedikamentöse Therapien haben gegenüber Medikamenten den Vorteil, dass sie keine Nebenwirkungen haben und den Patienten eine als sinnvoll und erfüllend erlebte Zeit bescheren.", hebt Gräßel hervor. Im Therapieprogramm "MAKS" - kurz für motorische, alltagspraktische, kognitive und spirituelle Aktivierung - führt ein Therapeutenteam mit Demenzpatienten täglich Übungen durch, die die Bewegung sowie die Wahrnehmung, das Erinnern, Denken und das Sprechen trainieren. Auch Alltagstätigkeiten wie Gemüseschneiden und Tischdecken, werden regelmäßig gemeinsam erledigt, damit die Patienten diese Fähigkeiten möglichst lange behalten. Das Übungsprogramm startet mit einem kurzen spirituellen Element, wie zum Beispiel ein gemeinsames Gebet. Dadurch sollen die Demenzerkrankten in der Gruppe ankommen und Sinnhaftigkeit erleben. Gräßel und sein Team haben das Programm über einen Zeitraum von zwölf Monaten untersucht.

Ein zweiter Therapieansatz, der Vorläufer des MAKS-Konzepts, ist das "SenSo"-Projekt, das in der Seniorengruppe (Sen) Sophienstraße (So) in Erlangen erprobt wurde. Es umfasst motorische Übungen wie Stuhl-und Ballgymnastik, kreativ-gestalterische (z.B. malen und basteln) und vor allem alltagspraktische Aktivitäten. Dieses Konzept war, im Gegensatz zu MAKS, noch nicht standardisiert und konnte frei angewandt werden. Diese Form von "Ressourcen erhaltender Therapie" war allerdings deutlich weniger wirksam als die ausgestaltete und standardisiert angewandte MAKS-Therapie.
(Quelle: FAU 32/2014)

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Elmar Gräßel
Telefon: 09131  85-34810
E-Mail: elmar.graesselatuk-erlangen.de
Homepage: www.maks-aktiv.de

 

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