Klettern und Stimmung - die Studie KuS

Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber

Das Projekt

Das Projekt „KuS“ – Klettern und Stimmung - wurde 2013 ins Leben gerufen und verfolgt einen neuen Ansatz, in dem handlungsorientierte Elemente aus dem Bereich des Kletterns eingesetzt werden, um die Stimmung von Menschen mit Depressionen zu verbessern. Wir möchten herausfinden, wie wir Menschen mit Depression am besten helfen können. Aus der Forschung wissen wir: Bouldern (eine Form des Kletterns ohne Seil in Absprunghöhe) ist wirksam in der Behandlung von Depressionen! Dies führte zur Entwicklung einer ersten Version der Boulderpsychotherapie (BPT).

In einer ersten zwischen 2013 und 2015 durchgeführten kontrolliert-randomisierten Pilotstudie wurde die Wirksamkeit der neu entwickelten BPT im Vergleich zu einer reinen Wartelisten-Kontrollgruppe untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten und klinisch relevanten Rückgang der depressiven Symptomatik, sowie Verbesserungen in weiteren Symptomen. Die genauen Ergebnisse der Pilotstudie finden Sie hier.

Aufgrund der positiven Studienergebnisse gelang die Aufnahme der BPT in die Regelversorgung am Universitätsklinikum Erlangen: Patientinnen und Patienten der Psychiatrischen Institutsambulanz können an einer ambulanten BPT-Gruppe teilnehmen, wenn sie die Einschlusskriterien erfüllen (nähere Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Internetseite www.kletternundstimmung.de).

In  einem Beitrag zum Thema Depression hat der Bayerische Rundfunk über die Boulderpsychotherapie am Universitätsklinikum berichtet (ca. Minute 18).

Die Studie KuS

Seit dem Jahr 2016 führen wir eine zweite, kontrolliert-randomisierte Multi-Center-Studie am Universitätsklinikum durch – die „Studie KuS“. In dieser haben wir die BPT weiterentwickelt und für die Behandlung außerhalb der Klinik angepasst. Wir stellten die Frage: Wirkt unsere Boulderpsychotherapie genauso gut wie bereits etablierte Verfahren? Um das herauszufinden, haben wir aus der aktuellen Forschung die besten Therapiemethoden zusammengestellt, um sie Teilnehmern mit Depressionen in der "Studie KuS" anzubieten.

  1. eine therapeutische Depressionsbewältigungsgruppe
  2. eine therapeutische Bouldergruppe
  3. ein aktivierendes Bewegungsprogramm

Welches der je 10-wöchigen Angebote die Teilnehmer in Berlin, der Metropolregion Erlangen/Nürnberg/Fürth und der ländlichen Region Weyarn/Holzkirchen tatsächlich bekamen, wurde zufällig zugeteilt.

Die Therapiephase der Studie KuS begann im Mai 2017 und ist seit August 2018 abgeschlossen. Wir konnten insgesamt 233 TeilnehmerInnen mit Depressionen in unsere Studie aufnehmen und mit einem unserer Therapieangebote versorgen!

Nach Abschluss aller Therapietermine und Telefoninterviews (Informationen zur Datenerhebung finden Sie hier ) wurden die Daten der Studie ausgewertet und im Anschluss veröffentlicht. Die Daten zeigen: All unsere Behandlungselemente haben gewirkt und dazu beigetragen, dass die Depressivität der Teilnehmer an unserer Studie gesunken ist! Dabei ist unsere Boulderpsychotherapie deutlich wirksamer als ein aktivierendes Bewegungsprogramm allein und mindestens genauso wirksam, wie der aktuelle „Goldstandard“ der Depressionsbehandlung, die kognitive Verhaltenstherapie. Die bisherigen Veröffentlichungen mit dem genauen Ergebniss finden Sie hier.

Im nächsten Schritt geht es nun darum, die Boulderpsychotherapie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Dafür arbeiten wir an der digitalen Umsetzung des Manuals in Form einer App (BPT-App) und hoffen, damit viele Therapeutinnen und Therapeuten zu motivieren, diese wirksame neue Therapiemethode anzubieten. 

Das Bestreben des Universitätsklinikums Erlangen ist es, neue Wege in der Depressionsbehandlung zu finden. Mit den Erkenntnissen dieses Projekts hoffen wir, die Behandlung von Depressionserkrankungen zukünftig effektiver zu gestalten.

Kontakt:

Projektleitung und Team

Telefon: 09131 85-44621
E-Mail: StudieKuS.psychatuk-erlangen.de

 

 
Das Projekt „KuS“ wird unterstützt von:

OH-DO-KWAN Stiftung Ludmilla Pankofer und Carl Wiedmeier

und

Leiter:
Prof. Dr. med. Elmar Gräßel
Telefon: 09131 85-34142
E-Mail: elmar.graessel@uk-erlangen.de
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