Optimierungsstrategien bei Demenz (OptiDem)

Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber

"Demenz - das aktuelle Wissen bündeln und bewerten" - unter diesem Motto förderte die Karl und Veronica Carstens-Stiftung von 2015 bis 2018 ein wissenschaftliches Projekt mit Graduiertenkolleg am Universitätsklinikum Erlangen, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an den Universitäten Potsdam und Tübingen.

Es werden drei Forschungsschwerpunkte bearbeitet:

  • Prävention kognitiver Einschränkungen
  • Nicht-pharmakologische Therapie der Demenz
  • Herausforderungen in der Versorgung von Menschen mit Demenz

Ziel ist es, Antworten auf folgende Fragen zu erlangen:

  • Was kann getan werden, um das Risiko eines kognitiven Abbaus zu verringern? 
  • Welche Ansätze der Therapie sind erfolgversprechend?
  • Was gibt es für Strategien zur Behebung von Versorgungsdefiziten? Wie können Angehörige unterstützt werden? Was für ethische Fragen stellen sich?

13 wichtige Fragestellungen aus diesen drei Themengebieten werden von Doktoranden in Form von systematischen Übersichtsarbeiten bearbeitet. Begleitet werden sie von sechs Demenzexpertinnen und -experten aus Medizin und medizinnahen Fächern.

Durch die systematischen Übersichtsarbeiten entsteht ein Mehrwert an Wissen für die großen Gebiete der Demenz-Prävention, -Therapie und -Versorgung, das in der Form bisher nicht vorhanden ist.

Bis jetzt sind im Rahmen dieses Graduiertenkollegs folgende Publikationen entstanden:

Journal-Artikel mit einer Übersicht zu allen Themen im Graduiertenkolleg OptiDem:
Scheel J, Gräßel E, Donath C. Was wissen wir über Demenz? Ein Graduiertenkolleg hat untersucht, wie sich Prävention, Therapie und Versorgung bei Demenz optimieren lassen – Ein Überblick zu ausgewählten Themen der Versorgungsforschung aus dem Projekt „OptiDem“. ZKM. 2020;5:18-2.    
Dieser Artikel bietet einen kompakten Überblick über alle im Rahmen des Graduiertenkollegs OptiDem bearbeiteten Themen aus den Bereichen Prävention, Therapie und Versorgung. DOI: http://dx.doi.org/10.1055/a-1215-4491

Journal-Artikel zum Thema Prävention kognitiver Einschränkungen:
Behrens A, Graessel E, Pendergrass A, Donath C. Vitamin B-Can it prevent cognitive decline? A systematic review and meta-analysis. Syst Rev 2020; 9(1):111
In dieser systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse wurde die Wirkung von Vitamin-B-Präparaten auf die geistige Leistungsfähigkeit untersucht. Für die Einnahme von Vitamin B konnte kein präventiver Effekt in Bezug auf die kognitive Leistungsfähigkeit festgestellt werden. DOI: https://doi.org/10.1186/s13643-020-01378-7

Journal-Artikel zum Thema nicht-pharmakologische Therapie der Demenz:
Ozbe D, Graessel E, Donath C, Pendergrass A. Immediate Intervention Effects of Standardized Multicomponent Group Interventions on People with Cognitive Impairment: A Systematic Review. J Alzheimers Dis 2019; 67(2):653-670.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit wurde die Wirkung von Interventionen mit mehreren Komponenten (mindestens einer körperlichen und einer kognitiven Komponente) auf Demenzsymptome untersucht. Es zeigten sich positive Effekte auf kognitive und nicht-kognitive Demenzsymptome, sowie Aktivitäten des alltäglichen Lebens und Lebensqualität. DOI: https://doi.org/10.3233/JAD-180980

Margenfeld F, Klocke C, Joos S. Manual massage for persons living with dementia: A systematic review and meta-analysis. Int J Nurs Stud 2019; 96:132-142.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse wurde die Wirkung von Massagen auf Demenzsymptome untersucht. Massagen haben positive Effekte auf psychologische und verhaltensbezogene Demenzsymptome wie Unruhe und Depression. DOI: https://doi.org/10.1016/j.ijnurstu.2018.12.012

Nickel F, Barth J, Kolominsky-Rabas PL. Health economic evaluations of non-pharmacological interventions for persons with dementia and their informal caregivers: a systematic review. BMC Geriatr 2018; 18(1):69.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit wurde die Wirtschaftlichkeit nicht-pharmakologischer Interventionen untersucht. Körperliche Aktivierung, Ergotherapie, psychologische und verhaltensbezogene Therapien erwiesen sich als kosteneffektive nichtpharmakologische Interventionen. DOI: https://doi.org/10.1186/s12877-018-0751-1

Journal-Artikel zum Thema Herausforderungen in der Versorgung von Menschen mit Demenz:

Deeken F, Rezo A, Hinz M, Discher R, Rapp MA. Evaluation of Technology-Based Interventions for Informal Caregivers of Patients With Dementia. A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Am J Geriatr Psychiatry 2019; 27(4):426-445.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse wurde die Wirksamkeit technologiebasierter Interventionen für pflegende Angehörige untersucht. Es zeigte sich ein positiver Effekt auf das Ausmaß von Depressivität und Belastungserleben von Angehörigen. DOI: https://doi.org/10.1016/j.jagp.2018.12.003

Lorey P. Fake bus stops for persons with dementia? On truth and benevolent lies in public health. Isr J Health Policy Res 2019; 8(1):28.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit wurde die Wirkung von Schein-bushaltestellen als Form der „wohlmeinenden Lüge“ untersucht. Scheinbushaltestellen sollen Menschen mit Demenz vom „Herumwandern“ oder Weglaufen abhalten. Ethisch ist diese Form der „Überwachung“ von Menschen mit Demenz jedoch problematisch. DOI: https://doi.org/10.1186/s13584-019-0301-0

Barth J, Nickel F, Kolominsky-Rabas PL. Diagnosis of cognitive decline and dementia in rural areas - A scoping review. Int J Geriatr Psychiatry 2018; 33(3):459-474.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit wurden Interventionen zur Früherkennung des Abbaus kognitiver Fähigkeiten und zur Diagnosestellung einer Demenz in ländlichen Regionen untersucht. Telefonbasierte Untersuchungen, Online‐ und Handyanwendungen können als orientierende Erstuntersuchung (Screening) herangezogen werden. DOI: https://doi.org/10.1002/gps.4841

Bücher:

Gräßel E, Pendergrass A Hrsg. Forschungsplattform Demenz. Ergebnisse eines Expertentreffens zu Präventions-, Therapie- und Versorgungsstrategien. Essen: KVC Verlag; 2017. 
ISBN 978-3-945150-72-6     
Dieser Sammelband bietet einen detaillierten Überblick über die Ergebnisse des Expertentreffens im Januar 2016 zu Präventions-, Therapie- und Versorgungsstrategien bei Demenz.  

Gräßel E, Pendergrass A, Scheel J, Donath C, Hrsg. Optimierungsstrategien bei Demenz. Forschung zu Prävention, Therapie und Versorgung. Essen: KVC Verlag; 2019.
ISBN 978-3-96562-000-1
Dieser Sammelband bietet einen detaillierten Überblick über alle im Rahmen des Graduiertenkollegs OptiDem bearbeiteten Themen aus den Bereichen Prävention, Therapie und Versorgung.

 
Leiter:
Prof. Dr. med. Elmar Gräßel
Telefon: 09131 85-34142
E-Mail: elmar.graessel@uk-erlangen.de
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