Studie und Begleitforschung

Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber

Wissenschaftliche Begleitung

Wir haben die "Studie KuS" ins Leben gerufen, weil wir langfristig eine neue Therapiemöglichkeit für Menschen mit Depression entwickeln wollen. Dafür müssen viele Erkenntnisse gewonnen und danach viele Menschen informiert und überzeugt werden.

Eine solche Studie muss verschiedene Anforderungen erfüllen. Die beiden wichtigsten für Sie als TeilnehmerIn sind die Art der Zuteilung zu den Gruppen und die Datenerhebung.

Zuteilung zu den Gruppen

Um die verschiedenen Interventionen miteinander vergleichen zu können, ist es nötig, die TeilnehmerInnen einer der drei Therapiegruppen zuzuteilen. Und damit sich diese Gruppen in ihrer Zusammensetzung nicht zu sehr voneinander unterscheiden, erfolgt die Aufteilung rein nach dem Zufallsprinzip. Es könnte sonst sein, dass die Personen, die an das Bouldern oder die Depressionsgruppe als Therapie "glauben", eher ihre bevorzugte Methode wählen und dann wüssten wir nicht mehr, was tatsächlich der Einfluss der Therapie ist und was der des "Glaubens". Oder manche Personen trauen sich vielleicht nicht zu, ein Sportprogramm zu machen und wählen daher eine andere Gruppe - dabei hätten sie währscheinlich noch viel mehr davon profitieren können als diejenigen, die ohnehin Sport machen. In jedem Fall wäre das Ergebnis bei einer "freien Auswahl" verzerrt. Wir werden deshalb einen Zufallsgenerator programmieren, der Ihre Teilnahme an einer der 3 Gruppen in Ihrer Stadt festlegt. Das bedeutet, dass weder Sie selbst, noch die TherapeutInnen oder die beteiligten WissenschaftlerInnen einen Einfluss auf die Verteilung haben.

Wenn Sie sich während oder nach den Informationsveranstaltungen dazu entschieden haben, an der "Studie KuS" teilzunehmen und die Einverständniserklärung unterschrieben haben, kommt also Ihr Name in die Lostrommel. Vor Beginn der Gruppen teilen wir Ihnen dann mit, welche Gruppe für Sie ausgelost wurde.

Datenerhebung

Natürlich müssen wir wissen, wie es Ihnen in der Therapie ergangen ist und auch wie lange der mögliche Therapieeffekt anhält.

Wir werden Sie also bitten, uns insgesamt 5 Mal zu berichten, wie Sie sich aktuell fühlen - und zwar unabhängig davon, an welchem Therapieangebot Sie teilgenommen haben!

Um den Aufwand für Sie möglichst gering zu halten, bitten wir Sie also zu Beginn und am Ende der Therapie, sowie 3, 6 und 12 Monate nach Abschluss der Therapie, für ein Telefoninterview zur Verfügung zu stehen.

Das Interview dauert ca. eine Stunde. Selbstverständlich können Sie hierfür einen Tag und eine Tageszeit wählen, die gut in Ihren Alltag passt. Sie werden von einer unserer psychologischen Mitarbeiterinnen angerufen, die mit Ihnen die verschiedensten für die Studie relevanten Themen durchgeht: Dies beinhaltet sowohl persönliche Daten, wie Ihr Alter und Ihre Berufstätigkeit, als auch Fragen, die sich auf Ihren Gesundheitszustand, Ihre Stimmung und weitere psychisch relevante Aspekte beziehen. Den entsprechenden Fragebogen bekommen Sie vorher zugeschickt, so dass Sie sich vorbereiten können, wenn Sie möchten. Sie können aber auch ganz spontan in das Telefongespräch gehen.

Wir legen sehr großen Wert auf Datenschutz und haben verschiedene Vorkehrungen getroffen, um Ihre persönlichen Daten zu schützen. So werden alle erhobenen Befunde und Daten ohne Namensangabe (pseudonymisiert) gespeichert. Auf die Schlüsseltabelle mit der Zuordnung zu Ihrem Namen und Ihren Kontaktdaten haben ausschließlich die Studienleiterin, sowie Mitarbeiter, die direkt an der Datenerhebung beteiligt sind, Zugriff. Die Schlüsseltabelle existiert nur in Papierform und wird in einem verschlossenen Stahlschrank verwahrt, kann also auch nicht gehackt werden. Die Auswertung zu wissenschaftlichen Zwecken wird ohne Bezug zu Ihrer Person durchgeführt.

Pilotstudie

Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren wurden 8 Gruppen von Patienten in einem kontrollierten Wartegruppendesign wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten und klinisch relevanten Rückgang der depressiven Symptomatik, sowie Verbesserungen in weiteren Symptomen.

Alle Ergebnisse können Sie ausführlich nachlesen unter:
http://www.biomedcentral.com/1471-244X/15/201 (englisch)

 
Das Projekt „KuS“ wird unterstützt von:

OH-DO-KWAN Stiftung Ludmilla Pankofer und Carl Wiedmeier

und

Leiter:
Prof. Dr. med. Elmar Gräßel
Telefon: 09131 85-34142
E-Mail: elmar.graessel@uk-erlangen.de
Visitenkarte
 
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
 
 
 
Bitte tragen Sie Ihren Namen und gültige E-Mail-Adresse(n) ein!
X zum Schließen

Zusammenfassung