Angst

Psychiatrie

Direktor:
Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber

Angst

Angstbehandlung: Hilfe zur Selbsthilfe

Angsterkrankungen gehören neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Etwa 7% der Bevölkerung leiden aktuell unter starken Ängsten, circa 15% werden mindestens einmal in ihrem Leben davon betroffen sein. Frauen sind (abgesehen von der sozialen Phobie, bei der das Geschlechterverhältnis 1:1 beträgt) etwa doppelt so oft betroffen wie Männer. Ängste entstehen häufig aus einer Kombination unterschiedlicher Faktoren, in Frage kommen neben einer eher geringen genetischen Komponente die Einflüsse von aversiven Lebensereignissen sowie ungünstige Sozialisationsbedingungen während Kindheit und Jugend. Da Angsterkrankung der Oberbegriff für zum Teil sehr unterschiedliche Störungsbilder ist, steht ganz zu Beginn eine professionelle Diagnostik, um eine zweckmäßige und zielgerichtete Behandlung einleiten zu können.

Obwohl Ängste und Zwänge zu den psychischen Erkrankungen gehören, die häufig sehr gut ambulant behandelt werden können, machen Komorbiditäten mit anderen Erkrankungsbildern oder die besondere Schwere der Problematik vorübergehende stationäre Aufenthalte notwendig. Dafür existieren spezielle wissenschaftlich fundierte Behandlungskonzepte auf unseren Stationen, die psychoedukative Gruppen, Trainings sozialer Kompetenzen, Einzelpsychotherapien sowie verschiedene andere Angebote miteinander kombinieren. Vorübergehend kann es sich hier als notwendig erweisen, mit angstreduzierenden Psychopharmaka zu arbeiten, allerdings versuchen wir den Einsatz so gering wie möglich zu halten. Als besonders zentral betrachten wir in der Behandlung die kognitive Verhaltenstherapie mit ihren Angstexpositionskonzepten. Patienten lernen, die gefürchteten und bisher vermiedenen Situationen wieder aufzusuchen und als bewältigbar zu erleben. In manchen Fällen empfiehlt es sich, im Anschluss an einen vollstationären Aufenthalt eine tagesklinische Behandlung anzubieten, um den Übergang in die „Realität“ unter alltagsnahen Bedingungen trainieren zu können. Für eine Reihe von Patientinnen und Patienten können wir darüber hinaus eine ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung gewährleisten.

Insgesamt kann man unser Behandlungskonzept als Hilfe zur Selbsthilfe verstehen: Wir bemühen uns, die Betroffenen zu Experten ihrer Erkrankung zu machen und damit im Alltag gelegentlich auftretende Ängste in Zukunft selbst bewältigen zu können. Es geht nicht darum, nie wieder Angst zu haben, sondern mit der Angst gut umgehen zu können. Der Erfolg dieses Vorgehens konnte in vielen wissenschaftlichen Studien unter Beweis gestellt werden.

 
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