Wissenschaftskommunikation
1. Einwerbung, Organisation und Ausrichtung der Tagung: „Geschlechterungleichheit in der häuslichen Pflege: Konsequenzen und Perspektiven“
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass in Deutschland etwa 370.000 Frauen, die gegenwärtig einen älteren Menschen zuhause pflegen, ihre Erwerbstätigkeit dafür aufgegeben haben. „Frau-Sein“ zeigt die Studie, ist der stärkste Prädiktor, der mit der Beendigung der Erwerbstätigkeit in Zusammenhang steht. Das geht für viele pflegende Angehörige nicht nur mit einer physischen und psychischen, sondern auch einer enormen finanziellen Belastung einher. Ohne häusliche Pflege von chronisch kranken, pflegebedürftigen Menschen wird in Zukunft die Versorgung dieser zahlenmäßig wachsenden Personengruppe nicht zu bewältigen sein, weshalb diese und weitere relevante Ergebnisse im Kontext der Geschlechterungleichheit in der häuslichen Pflege der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, mit Expert*innen diskutiert und mögliche Lösungswege gefunden werden müssen.
Aus diesem Grund wurde am 23. und 24.11.2023 eine Tagung zum Thema „Geschlechterungleichheit in der häuslichen Pflege: Konsequenzen und Perspektiven“ unter der Leitung von Dr. Anna Pendergrass und Johanna Schmidt in Erlangen ausgerichtet.
Der erste Tagungstag am 23.11.2023 mit dem thematischen Schwerpunkt „Häusliche Pflege – Herausforderungen, Konsequenzen und Perspektiven“ richtete sich an Betroffene, pflegende An- und Zugehörige, Arbeitende und Forschende des Bereichs häusliche Pflege sowie alle Interessierten und war entsprechend öffentlich zugänglich. Auch eine Teilnahme via Livestream war möglich, um die Vorträge der Expert*innen in Echtzeit verfolgen zu können. Es wurden aktuelle wissenschaftliche Studien, Berichte von Betroffenen und Unterstützungsangebote vorgestellt und diskutiert. Neben dem inhaltlichen Input konnten pflegende An- und Zugehörige durch Vertreter*innen von Entlastungs- und Unterstützungsangeboten aus der Region Erlangen, Fürth und Nürnberg informiert und beraten werden. Das Besondere dieses öffentlichen Tagungstages war, dass Wissenschaftler*innen, Personen aus der Praxis sowie Betroffene selbst zu einem gemeinsamen Austausch zusammenkamen. Es nahmen ca. 50 externe Gäste vor Ort und 31 Gäste via Livestream an der Tagung teil. Zu den Gästen gehörten Betroffene, Entscheidungsträger*innen im Gesundheitswesen und Wissenschaftler*innen.
Der zweite Tagungstag am 24.11.2023 diente dem internen Austausch der geladenen Gäste mit den Tagungsausrichtenden. Aufbauend auf den vorgestellten Forschungsergebnissen wurden gemeinsame Forschungsideen ausgearbeitet, die als als Fundament für zukünftige Forschungskooperationen mit dem Schwerpunkt des Genderaspektes in der häuslichen Pflege dienen.
Die Tagung zeichnete sich insgesamt durch einen stark interdisziplinären Charakter aus aufgrund der Teilnahme von Wissenschaftler*innen aus der Medizin, der Psychologie, der Pflegewissenschaften und der Soziologie sowie von Betroffenen und pflegenden An- und Zugehörigen.
Geldgeber: Förderung aus Landesmitteln des Freistaats Bayern zur Realisierung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre
Weitere Informationen und eine Übersicht zu den Ergebnissen der Tagung:
2. Kostenfreier Zugang zu den entwickelten und validierten Fragebögen für pflegende An- und Zugehörige
Um die Situation der pflegenden An- und Zugehörigen zu erfassen und zielgenaue Interventionen einleiten zu können, entwickeln und validieren wir stetig neue zielgruppengerechte Fragebögen, die auf folgender Webseite kostenfrei heruntergeladen werden können.
Weitere Informationen: https://www.caregiving-tests.de/
3. Entwicklung der Angehörigenampel für pflegende An- und Zugehörige:
Durch die hohe Belastung, welche mit der Pflege einhergeht, können körperliche und psychische Beschwerden die Folge sein. Um die gesundheitlichen Folgen besser abschätzen zu können und ihnen entgegenzuwirken haben Prof. Dr. Elmar Gräßel und PD Dr. Anna Pendergrass einen digitalen Selbsttest entwickelt. Nach Beantwortung von zehn Fragen, wird den pflegenden An- und Zugehörigen eine Empfehlung ausgesprochen, um die Folgen der Pflegesituation möglicherweise zu verbessern.
Weitere Informationen:https://digidem-bayern.de/angehoerigenampel/
4. Fernsehauftritt: ARD-alpha „Tipps für pflegende Angehörige“
In der Sendung „Tipps für pflegende Angehörige“ von ARD-alpha stellte PD Dr. Anna Pendergrass als wissenschaftliche Expertin für häusliche Pflege die Ergebnisse ihrer Forschung Ende 2024 vor. Für Interessierte ist die Sendung bis 2029 in der ARD-Mediathek verfügbar.
Weitere Informationen: https://www.ardmediathek.de/video/alpha-gespraeche/alpha-thema-gespraech-tipps-fuer-pflegende-angehoerige/ard-alpha/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyM1dPMDE5MDcxQTA
5. Radiobeiträge:
Anfang 2023 bekam PD Dr. Anna Pendergrass die Möglichkeit, im renommierten Radiosender „Deutschlandfunk“ die Forschungsergebnisse zu der Studie „Benefits of Being a Caregiver“ vorzustellen
Die Sendung ist in der Mediathek des Radiosenders „Deutschlandfunk“ abrufbar.
Weitere Informationen: https://www.deutschlandfunk.de/studie-zu-positiv-empfundenen-seiten-haeuslicher-pflege-int-anna-pendergrass-dlf-0198c6d9-100.html
6. Podiumsdiskussion im Bayerischen Landtag: Pflegende Angehörige – zerrissen zwischen Fürsorge und Selbstfürsorge
Im Oktober 2025 nahmen Johanna Schmidt und Natascha Lauer im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dialog zur Psychischen Gesundheit“ an einer Podiumsdiskussion im Bayerischen Landtag teil. Es wurden Ergebnisse der Längsschnittstudie zur Stärkung der häuslichen Pflege in Bayern – Bedürfnisse und Bedarfe pflegender Angehöriger vorgestellt. Hierbei wurden Pflegebelastungen, die physische und psychische Gesundheit pflegender An- und Zugehöriger sowie deren Erleben positiver Aspekte durch die häusliche Pflegesituation diskutiert.
Weitere Informationen: Pflegende Angehörige – zerrissen zwischen Fürsorge und Selbstfürsorge – Kerstin Celina
7. Podcastinterview: Pflege & Beruf - die Reha Studie für pflegende Angehörige
Ende 2025 stellten PD Dr. Anna Pendergrass, Johanna Schmidt und Antonia Keck das neueste Forschungsprojekt pAKur vor und sprachen gemeinsam mit Demenz- und Angehörigencoach Katrin Beckmann über die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Der Podcast ist auf der Plattform „Spotify“ abrufbar.
Weitere Informationen: Pflege & Beruf - die Reha Studie für pflegende Angehörige - BECKMANN's TALK - für alle, die das Leben lieben! | Podcast on Spotify






